Die Gründe für verfehlten Wohnungsbau und das Versagen der Politik.

Woran mache ich das Versagen fest?

An der Quote von Wohnungseigentum innerhalb der EU. Politiker sprechen gerne von Altersarmut und sind doch Mitverursacher. Wieso behaupte ich das?

In der EU ist Deutschland Schlusslicht mit einer Wohneigentumsquote von nur 53 % nur die CH steht mit 44 % noch schlechter da. Skandinavische Länder liegen bei über 70 %. Die  südlichen Länder um die 80 %. Die erfolgreichsten Länder liegen im Osten, Rumänien gar 97 %.

Wir, als eines der reichsten Länder in der EU  – oder vielleicht gerade deswegen – haben die Bürger mit dem wenigsten Wohneigentum. Dafür wird aber eine Altersarmut beklagt, die übrigens viel geringer wäre, wenn die Bürger im Alter in einer abbezahlten Immobilie leben könnten.

Die Politik hat hier durch Kurzsichtigkeit auf voller Linie versagt!

1993 habe ich an der VWA (Verwaltungswirtschaftsakademie) in Freiburg mein Diplom zum Immobilienwirt abgelegt. Daher habe ich genug Fachwissen um dies auch erläutern zu können.

Seit 15 Jahren weise ich auf fehlenden Wohnraum durch die verfehlte Wohnungsbaupolitik hin. Was sind die genauen Gründe hierfür?

  1. Wegfall bzw. Reduzierung der Förderung für Eigennutzer. Ich erinnere an 7b und den 10e.
  2. Wegfall bzw. Verringerung der steuerlichen Förderung für Kapitalanleger. Die Abschreibungsmöglichkeiten sind – außer bei denkmalgeschützten Objekten – deutlich reduziert worden und an erhebliche Auflagen geknüpft.
  3. Die Mieterrechte wurden immer mehr gestärkt, anstatt das Eigentumsrecht zu stärken.
  4. Gleichzeitig haben die Gemeinden sich aus dem sozialen Wohnungsbau zurückgezogen und viele Gesellschaften privatisiert. Städtische Grundstücke und Wohneigentum wurden versilbert.
  5. Zudem wurden die Auflagen für eine Bebauung enorm erhöht und die Teilung von Objekten erschwert. Ich nenne nur Wärmedämmvorschriften oder so sinnlose Muss-Vorschriften wie einen überdachten Fahrradabstellplatz?!?
  6. Außerdem bedienen sich die Länder schamlos beim Immobilienkauf durch die Erhöhung der Grunderwerbsteuer.
  7. Plötzlich wundert sich die Politik über steigende Mietpreise und in kopflosem Aktionismus erfinden die Politiker eine Mietpreisbremse und das Bestellerprinzip. Letzteres hat jetzt dazu geführt, dass sozial Schwache noch geringere Chancen haben eine Wohnung zu finden wie früher. Ganz toll gemacht. Und die Preise steigen immer noch. Das war purer sinnloser Aktionismus. Was nach wie vor fehlt, um die Lage am Wohnungsmarkt zu entspannen, ist Wohnraum  ausreichend Wohnungen und Häuser. Jahrelang wurde viel zu wenig gebaut, da die Politik mit einem Immobilienüberschuss rechnete und den Wohnbau unattraktiv gemacht hat.
  8. Um dem Ganzen noch eines draufzusetzen kam dann die europäische Wohnungsimmobilien-Kreditrichtlinien (WoKRi) welche unsere Politiker in Deutschland dann so verschärfte, das es jungen Familien noch schwerer gemacht wird  Wohneigentum zu erwerben und Rentner die Möglichkeit entzogen wird ihre bestehenden Immobilien barrierefrei zu gestalten. Die Anforderungen an die Darlehensnehmer für eine Baufinanzierung sind so hoch geworden, dass immer weniger Menschen überhaupt noch ein Darlehen bekommen.

Wie kann man dem entgegensteuern?

Wir brauchen mehr Wohneigentum. Wie kann man dies erreichen?

Ganz einfach:

Grunderwerbsteuer senken oder Freibeträge einführen

Ansprechende Abschreibungsmöglichkeiten für Eigennutzer und Investoren

Erleichterung von Baugenehmigungen

Rechte der Eigentümer stärken

Förderungen, Erleichterungen und Zuschüsse zum Wohnungsbau und –erwerb, ebenso bei der Hypothekenfinanzierung.

Das wären erste Schritte um den Wohnungsbau wieder attraktiv zu machen. Ob eine GroKo die richtigen Schritte auf den Weg zu bringt, wage ich zu bezweifeln. Aber vielleicht sehe ich dies zu skeptisch und die Politik lehrt mich doch noch eines besseren…..wer weiß.

Bis zum nächsten Mal zu aktuellen Themen,
Ihr Michael Klabuhn

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